Regionale10
Presse

24.09.2009 - Pressegespräch

 

Warm-up für die REGIONALE10:

Das Festival-Programm entsteht

Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner:
- Dietmar Seiler, Künstlerische Leitung
- Werner Schrempf, Organisatorische Leitung
- Dorothee Steinbauer, Sprecherin Dachverband R*E*X
- Michael Bauer, Obmann Dachverband R*E*X
- Karl Glawischnig, Regionaler Koordinator
- Reinhard Stockinger, Regionaler Koordinator


 

Die letzten Monate waren von intensiven Diskussionen und Vorbereitungsarbeiten für die regionale10 in der Region geprägt. Jetzt gibt es die ersten grundlegenden Informationen zum Programm.

Das beachtliche künstlerische und kulturelle Potenzial des Bezirks Liezen ist die Grundlage des Programms der REGIONALE10. Die wichtigen Kulturorte in der gesamten Region, aber auch neu zu entdeckende Plätze, Kulturschaffende und Initiativen, zahlreiche Organisationen und Institutionen, Gemeinden, Vereine und Unternehmen spielen in diesem international herzeigbaren Programm an der Schnittstelle von zeitgenössischer Kunst und Alltagskultur eine tragende Rolle.

Festivalzentrum im Hotel Karow in Liezen
Die REGIONALE10 ist bereits in der Region angekommen. Und das ist durchaus wörtlich zu verstehen: Das vor zwei Jahren geschlossene, traditionsreiche Hotel Karow in Liezen wurde als Festivalzentrum bereits in Betrieb genommen. Von dort aus wird in Kooperation mit Radio Freequenns ein eigenes Festival-Radioprogramm ausgestrahlt, als Livestream im Internet, aber auch terrestrisch über die eigene Frequenz 100,8. Das Festivalzentrum im Karow ist jedenfalls die Informations- und Kommunikationsdrehscheibe der REGIONALE10.


 

Insgesamt orientiert sich das REGIONALE10-Programm an fünf Kriterien:

  • Das Programm wird spezifisch aus dem Potenzial der Region heraus entwickelt und nicht auf dem internationalen Kunstmarkt eingekauft. Um das zu erreichen, hat es in den letzten Monaten intensive Gespräche in der Region gegeben, allein ein Dutzend ganztägiger Diskussionen mit den Vertreterinnen und Vertretern des Dachverbandes der Liezener Kultur- und Medieninitiativen R*E*X, aber auch Kulturverantwortlichen von Gemeinden, Künstlerinnen und Künstlern, Unternehmensvertreterinnen und -vertretern, Bildungseinrichtungen und anderen Ideenbringern. Die Einladung zur Mitwirkung schließt auch die Besucherinnen und Besucher ein: „Das Programm ist auf Partizipation und nicht auf passiven Konsum angelegt".
  • Der Begriff ‚Festival' wird auch wörtlich genommen. Die REGIONALE10 soll nicht zuletzt ein ‚Fest' für die Region und in der Region sein.
  • Ziel ist es, die gesamte Region trotz ihrer Größe möglichst umfassend zu bespielen. Natürliche Partner sind die großen Kulturorte der Region, es sollen aber auch neue Orte für die REGIONALE10 erschlossen werden.
  • Die REGIONALE10 kommt nach Liezen, damit etwas bleibt. Um diesem Anspruch gerecht werden zu können, wird das Festival einerseits an bestehende Traditionen anknüpfen und sie weiterentwickeln, hat aber auch das Ziel, neue Traditionen zu initiieren.
  • Das Festival schielt nicht vorrangig auf das internationale Feuilleton, will aber insgesamt gesehen international herzeigbar sein. Dazu gehört es auch, Künstlerinnen und Künstler von internationaler Relevanz zur REGIONALE10 einzuladen - deren Beiträge werden aber mit der Region interagieren.

 
Tatsächlich hat die REGIONALE10 bereits begonnen - der Dialog mit den im Kulturbereich Aktiven in der Region ist ein ganz wesentlicher Bestandteil des Festivals. Mehr als ein Dutzend Treffen des REGIONALE10-Teams mit den Vertreterinnen und Vertretern des Dachverbandes R*E*X haben stattgefunden. Darüber hinaus ist es gelungen, über Kulturinitiativen hinaus verschiedenste Organisationen und Institutionen, etwa Bildungseinrichtungen wie die Höhere Bundeslehr- und Forschungsanstalt für Landwirtschaft Raumberg-Gumpenstein und die Landwirtschaftliche Fachschule Grabnerhof, Behörden (Bezirkshauptmannschaft, Bezirksschulrat, Agrarbezirksbehörde ...), die Tourismusregionen bzw. -verbände, Unternehmen, etwa die Maschinenfabrik Liezen, die Landgenossenschaft Ennstal oder die Planaibahnen und Vereine wie die Bergrettung Admont für die Beteiligung zu gewinnen.

Eine Fortsetzung und Vertiefung findet der Dialog in einer Kooperation mit den LEADER-Regionen im Bezirk, die Impulse durch die REGIONALE10 aufnehmen und weitertragen wollen. Ein erster Schritt ist die Gesprächsreihe „Forum K", die von den drei LEADER-Regionen des Bezirks gemeinsam mit der REGIONALE10 und R*E*X veranstaltet wird. Das Angebot richtet sich an „neugierige Menschen aus Kultur und Bildung, Wirtschaft und Politik und soll Anstöße zum gemeinsamen Handeln geben". Das erste Forum K findet am 11. November 2009 im Festivalzentrum Hotel Karow statt.

Mit einem REGIONALE10-Folder, der in den nächsten Tagen in der Region verteilt wird, soll auch die Bevölkerung des Bezirks für das Festival sensibilisiert werden.


 

Ausstellungen in Admont und Trautenfels

„Play Admont", das Projekt im Benediktinerstift, das sich bereits seit Jahren auch ambitioniert um zeitgenössische Kunst bemüht, will die Besucherinnen und Besucher ‚barrierefrei' an die Gegenwartskunst heranführen. Der Titel „Play Admont" ist dabei Programm: Die Kunst entsteht durch die spielerische Aktivität der Besucherinnen und Besucher. Geplant sind dabei u. a. Arbeiten von Erwin Wurm und des Choreografen William Forsythe. Kuratiert wird die Ausstellung von Michael Braunsteiner und Christine Peters (Frankfurt/Main).

Interaktivität und Dialog ist auch ein roter Faden für die Ausstellung „Knoten Trautenfels - Transit und Eigensinn". Schloss Trautenfels als Außenstelle des Joanneums wird als „Joanneum im Kleinen" seine Stärken als Universalmuseum ausspielen. „Transit" rekurriert dabei auf die Jahrtausende alte - und gleichzeitig hoch aktuelle - Bedeutung als Verkehrsknoten- und Kreuzungspunkt der Nord-Süd- und der West-Ost-Achse. „Eigensinn" thematisiert die Haltung, die (nicht nur) in dieser Region identitätsstiftend wirkt. Kuratiert wird die Ausstellung von Adam Budak, Günther Holler-Schuster und Elke Murlasits sowie Karl Stocker (als Gastkurator).

 

51 Gemeinden und zwei Projekte

Die Projekte „Grenzgang" und „Fremdsehen" haben etwas gemeinsam: Sie finden in enger Kooperation mit den Gemeinden des Bezirks statt und sollen sie zur Zusammenarbeit ermutigen.

Die 30 Gemeinden mit einer Bezirksaußengrenze nehmen am Projekt „Grenzgang" teil. Jede Gemeinde nimmt die „Begehung" ihrer Grenzen als Einzelprojekt wahr. An den Schnittstellen zu den angrenzenden Gemeinden werden an die Nachbar-Gemeinden materielle und immaterielle Symbole weitergegeben. An diesen Schnittpunkten finden Veranstaltungen und Aktionen statt, die einerseits Kommunikation fördern, andererseits zur Findung und Entdeckung gemeinsamer Bedürfnisse, Ideen und Visionen anregen sollen. In den Gemeinden werden kreative Prozesse in Gang gesetzt. 400 Kilometer und 40.000 Höhenmeter werden so gemeinsam bewältigt. Zum Abschluss zieht eine Kulturkarawane mit rund 100 Personen aus verschiedenen Nationen von Pürgg über das Tote Gebirge nach Altaussee. Die Resonanz ist beachtlich: In vielen Gemeinden hat der Nachdenk- und Vorbereitungsprozess schon begonnen.

„Fremdsehen" wendet sich an die 21 Binnengemeinden des Bezirks. Sie werden eingeladen, ausländische Gäste aus verschiedenen Lebensbereichen aufzunehmen und ihre Gemeinde, den Alltag und die Besonderheiten zu präsentieren. Die Gäste werden ihre Eindrücke der gastgebenden Gemeinde dokumentieren und sichtbar machen. Als Höhepunkt der gemeinsamen Entdeckungsreise organisieren Gemeinden und Gäste kleine Auftritte, Überraschungen inklusive - auch gemeinsame Feste können entstehen. Das Projekt findet in Kooperation mit dem Afro-Asiatischen Institut, uniT - Verein für Kultur, Megaphon, Caritas und ISOP statt.

Ein Beispiel für die Interaktion zwischen einem internationalen Künstler und der Region ist das Projekt „Learning from Liezen": Der Schweizer Künstler Hans Peter Litscher richtet ein temporäres Liezen-Museum ein, bietet Führungen durch das Museum und die Stadt an, in denen sich Dichtung und Wahrheit „zu einer Fortsetzung der Realität mit anderen Mitteln" (© Die Zeit) vermengen. Litscher „hat die Simulation zur Kunst erhoben und die Fantasie zum Beweis, seine Geschichten sind gründlich recherchiert, farbecht und wasserdicht", schreibt Die Zeit über den Ausstellungs- und Theatermacher, dessen Werk sich Etikettierungen weitgehend entzieht.

Im Rahmen des „Festivals St. Gallen", das seit 1986 besteht, wird Peter Oswald auf höchstem Niveau ein ambitioniertes Programm zeitgenössischer Musik präsentieren. Bespielt wird dabei nicht nur die kleine Gemeinde im Naturpark Steirische Eisenwurzen sondern auch teils ungewöhnliche Orte im gesamten Gesäuse.

In Vorbereitung sind auch vier Projekte, die teils ironisierend, teils sehr ernsthaft die imposante Landschaft der Region in den Mittelpunkt stellen. Einer der Beteiligten ist der Mixed-Media-Künstler Daniel Zimmermann, dessen Film „Lauberhornrennen im Sommer (2006/2007)" international Beachtung gefunden hat.

Der offizielle Auftakt ist das Eröffnungsfest in Trieben am 2. Juni 2010. Der Ort wurde sehr bewusst gewählt: Trieben ist aus dem größten Teil der Steiermark das Eingangsportal zum Bezirk.
„Berge in Flammen", das große Feuerwerksspektakel im Ausseerland, wird den Rahmen für das Abschlussfest der REGIONALE10 bieten.

Im Detail wird das Gesamtprogramm im ersten Quartal 2010 vorgestellt. Insgesamt sind rund 30 Projekte in Vorbereitung.
 

Zeichen setzen

Ein schlichtes Kreidekreuz, interpretierbar als Markierung aber auch als lateinisches Zahlenzeichen, ist das Signet der REGIONALE10. Entwickelt wurde es von einem Team um den organisatorischen Leiter der REGIONALE10, Werner Schrempf. So kann jedes Kreuz auf einem Baumstamm  zur REGIONALE10-Markierung werden. Damit ist die REGIONALE10-Kommunikation auch als umfassendes - nicht nur virtuelles - Social-Media-Projekt angelegt.

Das Budget der REGIONALE10 beträgt 4 Millionen Euro. Dazu sollen durch Kooperationen und Sponsoring zumindest rund 10 Prozent dieser Summe zusätzlich lukriert werden.

Für den Ticketverkauf gilt: Eintrittspreise werden möglichst günstig kalkuliert, wo möglich wird der Zugang gratis sein - unter Berücksichtigung der regionalen Partner. Um soziale Zugangsbarrieren zu vermeiden, wird die REGIONALE10 verschiedene Ermäßigungen anbieten und auch mit „Hunger auf Kunst & Kultur" kooperieren.

 

REGIONALE10 in Zahlen

30 Projekte sollen voraussichtlich realisiert werden
73 Tage wird die REGIONALE10 dauern
2. 6. 2010 Tag der Eröffnung
14. 8. 2010 Abschlussfest der REGIONALE10
4.000.000 €, das Budget der REGIONALE10
12 Kultur- und Medieninitiativen bilden den Dachverband R*E*X
51 Gemeinden im Bezirk Liezen sind zur direkten Beteiligung eingeladen
2.995 Meter Seehöhe, höchster Punkt in der REGIONALE10-Region
467 Meter Seehöhe, tiefster Punkt in der REGIONALE10-Region ist Altenmarkt bei St. Gallen
40.000 Höhenmeter werden im Projekt „Grenzgang" zu Fuß überwunden
400 Kilometer, diese Distanz wird beim Projekt „Grenzgang" bewältigt


 

REGIONALE10 Fotos und Zeichen

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