
Von Juni bis August 2010 findet in Liezen, dem größten Bezirk Österreichs, die REGIONALE10 statt - ein in dieser Form einzigartiges Festival, das zeitgenössische Kunst und Alltagskultur nahtlos verbindet und Beteiligung auch über den engeren Kreis der Kulturschaffenden hinaus zum Prinzip hat. Das Arcana-Festival St. Gallen-Gesäuse als ambitioniertes Projekt für Gegenwartsmusik im Rahmen der REGIONALE10 erschließt die spektakuläre Gesäuse-Naturlandschaft als Spielstätte für das Festival.
2006 fand in der Steiermark die letzte Landesausstellung statt. An die Stelle dieses traditionellen Formats, das seine Wurzeln in den landwirtschaftlichen Mustermessen, Kunstexpositionen und den Weltausstellungen des 19. Jahrhunderts hat, trat das Prinzip REGIONALE: „Dieses Festival soll sich zu einer Schwerpunktveranstaltung möglichst zeitgenössischer Kunst entwickeln. Es ist angedacht, dass dieses Festival durch künstlerische und soziokulturelle Ansätze zu einem zukunftsorientierten Dialog führt. Ziel ist es - an der Nahtstelle von Kunst und Alltagsleben - die jeweilige Region und ihre Bevölkerung in die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen und künstlerischen Themen einzubeziehen. Die zu entwickelnden Themen dieses Festivals sollen durch die Gegenwartskunst kommuniziert werden. Das künstlerische Potential einer Region soll auch in einen Austausch mit internationalen künstlerischen Positionen treten", so das Grundkonzept, das von Landesregierung und Landtag einstimmig gutgeheißen wurde. 2008 erstmals in der Oststeiermark realisiert, ist 2010 Liezen, also der größte Bezirk Österreichs,
Austragungsort der REGIONALE10.
Die Grundlage liefert ein Konzept mit dem programmatischen Motto „In der Mitte am Rand", das die Kultur- und Medieninitiativen der Region (Dachverband R*E*X) gemeinsam entwickelt haben. Umgesetzt wird es von einem Team um den Künstlerischen Leiter der REGIONALE10, Dietmar Seiler, der zuletzt in Zürich am Theater am Neumarkt in der Funktion Leitung Dramaturgie & Kommunikation tätig war.
Seitens des Landes Steiermark steht ein Budget von 4 Millionen Euro für die REGIONALE10 zur Verfügung. Durch Sponsoring, Karteneinnahmen und Koproduktionen liegt das Gesamtbudget bei rund 4,7 Millionen.
Partner der REGIONALE10 sind neben Kulturinstitutionen, unter anderem dem zum Universalmuseum Joanneum gehörenden Schloss Trautenfels und dem Benediktinerstift Admont auch viele der 51 Gemeinden des Bezirks, Bildungseinrichtungen wie die Höhere Bundeslehr- und Forschungsanstalt für Landwirtschaft Raumberg-Gumpenstein und die Landwirtschaftliche Fachschule Grabnerhof, Behörden (Bezirkshauptmannschaft, Bezirksschulrat, Agrarbezirksbehörde ...), und die Tourismusregionen bzw. -verbände. Unternehmen, wie die Landmarkt KG oder die Planaibahnen, die gemeinsam mit der Brauunion auch Hauptsponsoren sind, der RHI-Konzern, Palfinger Systems und die Maschinenfabrik Liezen unterstützen die REGIONALE10 nicht nur wirtschaftlich, sondern tragen als Projektpartner teils unmittelbar zur Realisierung der einzelnen Vorhaben bei.
Ein Projekt, das im Wortsinn den gesamten Bezirk umfasst, heißt „Grenzgang" - die 30 Gemeinden an der Bezirksaußengrenze veranstalten in Etappen eine Umgehung des Bezirks, wobei jede Gemeinde für ihren Teil des Weges ein eigenes kreatives Konzept entwickelt und umsetzt. Außergewöhnlich wird auch das Finale dieser Liezen-Umrundung sein: An den letzten fünf Tagen zieht eine bunte Kulturkarawane von Pürgg durch das Tote Gebirge nach Altaussee. Dort findet gemeinsam mit „Berge in Flammen" das Abschlussfest der regionale10 statt.
Das kongruente Projekt „Fremdsehen" entsteht in den 21 Binnengemeinden: Weitgereisten Gästen - MigrantInnen, die aus ganz verschiedenen Gründen in Österreich sind - wird ein Programm für waschechte VIPs geboten, das nicht nur Festliches umfasst, sondern das ganz normale Zusammenleben herzeigt. Die Gäste halten ihre Eindrücke in individuellen Blogs fest und erzählen der Welt von Gams und Aich und Mitterberg & Co.
„Der schaffende Mensch - Welten des Eigensinns / Fabricators of the world - Scenarios of selfwill" heißt das Projekt in Trautenfels, das Ausstellung und Community Art ist: Rund um den historischen Verkehrsknoten, rund um den Gegensatz von Bewegung und Stillstand beschreiben und reflektieren BewohnerInnen des Bezirkes gemeinsam mit internationalen KünstlerInnen und WissenschafterInnen ihr Lebensumfeld. Thema der Ausstellung sind die Traditionen, Probleme, Ärgernisse, Erfreulichkeiten, Eigenheiten der hier ansässigen Menschen.
In der regionale-Schau in Admont „Play Admont" geht es nicht nur um Bücher und Gegenwartskunst, wie man sie mit dem Benediktinerstift verbindet. Zum Erkenntnisgewinn braucht es auch den Menschen und seine Lust am Ausprobieren. Genau die steht im Mittelpunkt einer international besetzten Ausstellung quer durch das Museum, die Bibliothek, das Naturkabinett, den Park und einige sonst gut versteckte Ecken des Klosters. Das ganze Gelände wird zum Parcours, die BesucherInnen werden TeilnehmerInnen.
Download unter Pressebilder* 11.02.2010 - Bilder zur Presseunterlage
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