Mit der 1936 erbauten Druckerei Wallig in Gröbming hat Herbert Eichholzer ein Meisterwerk hinterlassen, das aber bis heute kaum wahrgenommen wird. Dabei zählt der Architekt, ein Sohn der Region, zu Österreichs maßgeblichen Baukünstlern des 20. Jahrhunderts. Nun fungiert er als Impulsgeber für eine Umschau auf die Baukultur im Bezirk Liezen, sein Bau als Markstein für die ausgedehnte Reflexion über bauliche Triumphe und Desaster.
Was kennzeichnet das Baugeschehen in der Region? Was ist besonders lobenswert, was kritikwürdig? Was macht hochwertige Architektur aus? Und was ist als Bausünde zu werten? Die Ausstellung „Baustelle Baukultur" fragt nach bebauter, erbauter und verhauter Landschaft - und richtet diese Fragen öffentlich an alle, die eine Antwort bisher für sich selbst finden mussten: Häuslbauer und Wohnbaugenossenschaften, Baumärkte und Geldinstitute, die das regionale Baugeschehen finanzieren.
Fünf Baustellencontainer in Gröbming, direkt bei der Druckerei Wallig, dienen als Ausstellungsort und Projektzentrale; dazu können sich Interessierte sechsmal auf Wanderschaft zu herausragenden Bauten der Region begeben, die besichtigt, begangen und „begriffen" werden können. Auch ein Fotowettbewerb zum Thema „Gelungen - Misslungen" fordert die Bewohner/innen der Region auf, ihre Meinung zur bebauten Umgebung zu sagen. Die Fotos und das Geschehen auf den Exkursionen fließen ihrerseits wieder in die Ausstellung ein, die damit selbst zur lebendigen Baustelle wird.






